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Airspotter-Magazin.de - Monino

Bericht „zentrales Museum der Luftstreitkräfte der russischen Föderation in Monino“

Moskau im Sommer (wir besuchten die MAKS) war eine Erfahrung, nun galt es herauszufinden, wie es sich mit dem Winter verhielt. Der Wetterbericht behielt Recht, es schneite bei -1C°. Sollte unser erhofftes Ziel, das Zentrale Museum der Luftstreitkräfte der russischen Föderation in Monino (auf russisch Монино) im Schneechaos versinken? Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges verändert hat, so fährt man als westlicher Tourist nicht einfach so dorthin. Eine Anmeldung mit Angabe der Reisepassnummer ist Pflicht. Jemanden mit den nötigen Sprachkenntnissen zu haben, der dies erledigen kann, ist von Vorteil. Englisch spricht hier so gut wie niemand.

Das 1926 gerade mal 30 Einwohner zählende Dorf, dessen Namen es einem Bauern verdankt, zählt heute knapp 20.000 Einwohner. In direkter Nachbarschaft zur Militärakademie der Luftstreitkräfte „J. A. Gagarin“, befindet sich das Museum auf einem ehemaligen Fluggelände, welches zwischen 1932 und 1956 in Betrieb gewesen ist. 1958 wurde hier das Museum erst nur für militärische Angehörige zu Schulungszwecken eingerichtet und dann ab 2001 auch für die zivile Bevölkerung zugänglich gemacht.

Die Kasse befindet sich angelehnt an einer kleinen modernisierten Wartungshalle, in einem kleinen baufälligen Gebäude. Der erste Eindruck zählt ja bekanntlich. Fast alle der hier ausgestellten kleineren Exponate sind ausschließlich mit Müllsäcken und Plastikplanen abgedeckt, um gegen das von der Decke und den Wänden heruntertropfende Wasser wenigstens das Nötigste zu tun.

Monino Galerie 1

Nun kennt man ja aus Deutschland, dass Museen oft auf Fördermittel angewiesen sind, um ihre Ausstellungen für Jedermann zugänglich zu machen. Militär- und Luftfahrtmuseen in den USA kann man nun überhaupt nicht als Vergleich heranziehen. Es wäre als würde man eine Edelkarosse mit einem alten Kleinwagen vergleichen. Andere Moskauer Museen wie die Pushkin- oder Tretjakowskigalerie, mit mehreren tausend Besuchern pro Tag, welche dann zwischen 200 und 400 Rubel bezahlen, haben konstante Einnahmen. Während Museen wie Monino ein wesendlich schwereres Dasein führen.
Staatliche und militärische Förderungen sind so gut wie nicht vorhanden und auch die Luftfahrtindustrie zahlt nur minimale Gelder. Ausländische Luftfahrtinteressierte wie wir kommen nicht zahlreich genug um mit den aktuell aufgerufenen 500 Rubel, groß gegen den Verfall ankämpfen zu können.
Alle Einheimischen bezahlen hier 50 Rubel Eintritt, die auch bei größeren Besucherzahlen keine Berge versetzen können. Und so macht man hier sein Ding wie eh und je und erzählt mit einem lachenden und einem weinenden Auge, die stellenweise atemberaubenden Geschichten, die hinter fast allen hier gezeigten Luftfahrzeugen stecken.

Das Freigelände des Museums befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite der Straße und man kann sich schon von außen schwer dem Anblick der Mil Mi-12 entziehen, welche den Besucher zusammen mit der MiG-29A und Su-35 begrüßen. Auf dem rechten Bereich des Geländes reihen sich verschiedene Bomber des Typs Tupolew Tu-4 (NATO Codename: Bull), gefolgt von Tupolew Tu-16 (Badger), Tu-22 (Blinder), Tu-22 M (Backfire) und Tu-128 (Fiddler) aneinander.

Monino Galerie 2

Nun wird man beim Begutachten der Luftfahrzeuge gewisse Ähnlichkeiten zu westlichen Mustern feststellen. So denkt man gleich bei der Tu-4 zwangsweise an die B-29 der USA. Und recht hat man, so musste eine Maschine dieses Typs in der ehemaligen Sowjetunion notlanden und wurde kurzerhand nachgebaut. Ähnlich verhält es sich um die westliche Canberra, die zu großen Teilen in der Iljuschin 28 (Beagle) wiederzufinden ist.

Auf der bisher wenig beachteten linken Seite fallen einem sofort die M-50 (Bounder) und Suchoi T-4 ins Auge. Die T-4, welche 3200km/h fliegen konnte und als Atombomber seinen Einsatz in der Truppe finden sollte, kam aber über den Teststatus nicht hinaus. Die Piloten benutzen die Glasöffnungen des Cockpits nur für Starts und Landungen. Während des Fluges bewegte sich ähnlich wie bei der Concorde die Nase nach oben, nur das hier die Piloten fast komplett auf visuellen Kontakt zur Außenwelt verzichteten und nach den Instrumenten flogen. Aufgrund der speziellen Bauweise, aus großen Anteilen von Titan und anderen hochwertigen Metallen, wurde es zum teuersten je gebauten Flugzeug und wurde auch deswegen nie in den aktiven Dienst gestellt.

An dem Hanger und einigen Jets vorbei beginnt hier auf der rechten Seite der Bereich der Drehflügler. Yak-24 (Horse), Mil-Mi 8 (Hip), Mil-Mi 24 A und B (Hind) im Hintergrund stehend, Boeing Vertol, Mil-Mi 6 (Hook), Kamov-26 und Mil-Mi 10 (Harke) befinden sich im ersten Bereich. Hinter dem nächsten Hangar, stehen unter anderem eine Mil-Mi 6, welche als Löschvariante umgebaut und im Einsatz beim Reaktorunglück 1986 in Tschernobyl gewesen ist. Die Schwerlastmaschine schlechthin, welche auch im Westen noch keinen vergleichbaren Gegenspieler gefunden hat, die Mil-Mi 26 (Halo) ist auch hier zu finden und markiert das Ende der Hubschrauberausstellung.
Jetzt heißt es sich entscheiden, geradeaus zu den „Big Machines“ oder „links schwenk Marsch“ den Jets entlang flanieren.