Bericht „Die EMBRAER ERJ 145 im Maßstab 1:4"
Wie bereits angekündigt haben wir Frank Flottmann und Thomas Roth, im Fertigungsbereich für das 1:4 Model eines ERJ-145 Embraer Regional Jets, besucht.
Juli 2008, wir befinden uns auf dem Dachboden des Hauses der Familie Flottmann in der Nähe von Hannover, genauer in Isernhagen/ Kirchhorst. Hier entsteht ein nicht alltägliches Modellflugzeug, das zu den 10. Lehrter Großmodell-Flugtagen am Himmel zu bewundern sein soll.
Nach Boing 747 und Airbus A380 wird mit dem ERJ-145 künftig ein neuer Star der Passagierflugzeuge am Modellbauhimmel aufgehen. Auch in der realen Welt ist der ERJ-145 Embraer Regional Jet ein Bestseller. Dank dieses Flugzeugtyps gehört das brasilianische Unternehmen zu den Top 3 der Luftfahrzeughersteller.
Im Gegensatz zum großen Bruder, dem Original, sind die im ERJ-145 eingesetzten Hauptmaterialen: Pappelsperrholz für die Verstrebungen und Balsaholz für den Rumpf sowie die Flügel. Die Gesamtkonstruktion ist dreigeteilt: Die Tragflächen bilden eine Einheit mit dem Leitwerk und können für den Transport vom Rumpf getrennt werden. Um dem Ganzen die nötige Festigkeit zu verleihen, werden Rumpf und Flügel mit Luftfahrtaluminium- und Karbonrohren verstärkt. Denn bei einem künftigen Abfluggewicht von 135 KG wirken gerade bei den Starts und Landungen, extreme Kräfte. Entsprechend dimensioniert ist auch das Fahrwerk. Spezialservos aus Japan pressen das Fahrwerk nach außen. Während der Starts und Landungen fangen dann 80 KG starke Gasdruckdämpfer die gröbsten Schläge ab. Um das ganze Gefährt dann sicher zum Stehen zu bekommen, werden Scheibenbremsen im Miniformat eingesetzt.
EMBRAER ERJ 145 im Maßstab 1:4 Galerie 1
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Hier wird geklotzt und nicht gekleckert, das wird einem klar, wenn man die blanken Fakten liest: 7,4 Meter Länge, 5 Meter Spannweite, ca. 500 Meter Kabelbaum, 14 Liter Treibstofftank, Smoke-Anlage mit 2 Litern Flüssigkeit und 2 Düsentriebwerke, die Ihresgleichen suchen. Klein aber fein, würde der Laie sagen. Dieser irrt sich jedoch gewaltig. Hier hat man es mit Zwei von vier der im Moment weltweit stärksten Modell- Düsentriebwerken zu tun. So erzeugt eine Turbine den Schub von 40 KG, bei einem maximalen Verbrauch von 1 Liter Kerosin und 400 Liter Luft pro Minute.
Über Geld spricht man bekanntlich nicht. Dennoch kam die Frage nach der Gesamtinvestition auf, nachdem man die Triebwerke auf dem Teststand montiert sah. Mit einem Augenzwinkern wurde eine von uns kurz vorher beantwortete Frage nach dem Wert meiner Kameraausrüstung wieder ins Spiel gebracht. Wir sprechen hier also bei dem Preis der Triebwerke über einen gut ausgestatteten Kleinwagen.
Was so ein Modell unbezahlbar macht, ist das investierte Herzblut und die vielen unzähligen Arbeitsstunden. Bis jetzt sind dies ca. 2.000 und es können mehr als 3.000 sein, wenn das Modell am 16.08. zum Jungfern- und Zulassungsflug abheben soll. Hier ist also Teamwork gefragt und dies auch bei späteren Flugmanövern, denn um das Modell in der Luft so realistisch wie möglich erscheinen zu lassen, wird dieses mit zwei Fernbedienungen gleichzeitig geflogen. Während eine Person alle Funktionen, wie Fahrwerk ein- und ausfahren oder aber die Smokeanlage steuert, konzentriert sich der Pilot mit der zweiten Fernbedienung einzig und allein auf die Flugmanöver.
EMBRAER ERJ 145 im Maßstab 1:4 Galerie 2
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Angesichts des immensen Aufwandes stellt sich natürlich die Frage: was bewegt Jemanden zu solch einem Vorhaben? In der Vergangenheit wurden zu den Lehrter Großmodell- Flugtagen prominente Gäste mit ähnlich auffallenden Modellen eingeladen. Für viele Besucher ist dies ein guter Grund zum Besuch dieser Veranstaltung, aber leider wurden die Besucher in den letzten Jahren mehrfach enttäuscht. Der Wunsch, einen zusätzlichen Besuchermagneten für die kommenden Veranstaltungen zu bieten, ist also die treibende Kraft. Daher verabschieden wir uns bei unseren Gastgebern, damit diese den engen Zeitplan auch einhalten können und wünschen viel Geschick und Erfolg zur Umsetzung dieses großen Projektes.
Dem künftigen Schmuckstück der Modellbaukunst wünschen wir allzeit einen guten Flug.
© für Text und Bilder liegen bei Airspotter-Magazin.de/ Airspotter.de sowie Heiko Pieper
Quellen: MBC Lehrte e.V. und www.erj145.de















