Electronic Warfare Live Training Exercise oder auch ELITE 2008

Vom 03. – 17. Juli 2008 wurde es eng im süddeutschen Luftraum. Die deutsche Luftwaffe führte auf dem Truppenübungsplatz Heuberg (Schwäbische Alb), den elektronischen Kampf zwischen Luftfahrzeugen und bodengebundenen Luftverteidigungssystemen durch. Insgesamt nahmen 19 Nationen aus der EU, NATO und der Partnerschaft für den Frieden (PfP), zusammen mit den deutschen Waffensystemen von Luftwaffe, Heer und Marine, an dieser Übung teil. Mit einer E-3A AWACS (Airborne Warning and Control System), das zur Luftraumaufklärung und als Einsatzleitzentrale eingesetzt wurde, unterstützte die NATO zusätzlich die organisierenden Verbände.

Während dieses Zeitraums traten, bis auf teilweise extrem schlechtes Wetter, keinerlei außergewöhnliche Behinderungen auf, so dass 85 Prozent aller Einsätze durchgeführt werden konnten. In nackten Zahlen bedeutet dies: an 11 Tagen zwischen 09:00-12:00 Uhr und 13:30-18:00 Uhr wurden 750 Missionen von 8 verschiedenen Standorten aus geflogen.

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Die meisten Jagd- und Kampfflugzeuge, wie die deutschen und italienischen Tornados und die griechischen, türkischen und belgischen F-16 Fighting Falcon starteten in Lechfeld. Von dort operierten die türkischen F-4E Phantom II und die hier in Deutschland exotisch wirkenden, spanischen EF-18 Hornet sowie die 3 polnischen SU-22 Fitter. Von den SU-22 musste eine Maschine während des Übungsverlaufs mit technischen Problemen am Boden bleiben. Zwei Eurofighter, 4 Learjet LR-35 aus Deutschland und eine DA-20 Falcon aus Großbritannien, flogen ihre Einsätze ab Neuburg an der Donau, die vier US-amerikanischen F-16C Fighting Falcon kamen aus Spangdahlem zum Heuberg. Deutsche und französische Transall und eine polnische Casa starteten ab Landsberg am Lech, und alle Drehflügler wie z. B. deutsche CH-53GS und Bo-105P, sowie belgische Agusta A-109BA hatten ihren Fliegerhorst in Laupheim. Zusätzliche Kräfte, speziell für die elektronische Überwachung in Form von einer Transall C-160G Gabriel und einer E-3F Sentry der französischen Luftwaffe, unterstützten die Verbände von der Base Aérienne 128 Metz-Frescaty und der Luftwaffenbasis 702 nahe Avord.

ELITE 2008 Galerie 2

Den fliegerischen Kräften standen 17 bodengebundene Waffensysteme gegenüber. Flugabwehrraketensysteme wie die Patriot, Stinger, Ozelot, SA-6, SA-7, SA-8, Roland, Mistral, RBS 70, ASRAD-R, CROTALE, Rapier und Hawk, sowie das gepanzerte Flugabwehrkanonensystem vom Typ Gepard, Skyguard und SKYDOR wurden koordiniert und unterstützt von diversen Radar- und Störsystemen. Die verschiedenen Nationen setzten diese, je nach gewünschter Mission, entsprechend miteinander vernetzt ein.

Damit die Stör- und Überwachungskräfte sowie ihre Systeme vom Typ CRC (Control and Reporting Center), LÜR (Luftraumüberwachungsradar), NBR (Nahbereichsradar), COM Jammer, RAC 3D, NC 1 RDR, Giraffe, TUTSI, COMIT, TIN SHIELD, JEWCS, TRML und ASTOR nur das störten, was sie stören sollen, wurden 30 Personen in der EWCC (Electronic Warfare Coordination Cell) eingesetzt.

ELITE 2008 Galerie 3

Dieses Team besteht hauptsächlich aus deutschen Militärangehörigen, speziell ausgebildet für den elektronischen Kampf, und Angehörigen ziviler Verteidigungsfirmen, den sogenannten Liaison Officers. Sie koordinieren und überwachen, dass sinnvolle Kombinationen aus Aufklärungs- und Abwehrsystemen aus dem militärischen und zivilen Bereich eingesetzt werden, ohne dabei die zivile Luftfahrt, Funk und Fernsehen und andere Kommunikationstechniken zu stören.

   
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