Bericht "8. International Aviation and Space Salon " vom 21. - 26.08.2007

“I follow the Moskva
Down to Gorky Park
Listening to the wind of change
An August summer night
Soldiers passing by
Listening to the wind of change…”

Eine uns wohlbekannte Passage aus dem bekannten Lied der niedersächsischen Rockband Scorpions. Und in der Tat, der Gedanke zurück treibt einem die Gänsehaut auf den Körper, wie der Anfang des Liedes „Wind of Change“.

Nein, wir sind nicht auf einem Rockkonzert, auch wenn sich der Körper nach einer Woche so anfühlte, wie der Besuch auf einem solchen Event. August 2007, 37 – 40°C im Schatten, was treibt einen bei diesen Temperaturen nach Moskau ? Die Antwort kommt in magischen vier Buchstaben daher: MAKS! Ausgeschrieben auf Russisch bedeutet das Международный Авиационно-Космический Салон. Auf Deutsch verstehen wir darunter eine „Internationale Messe für Luft- und Raumfahrt“

Vom 21. – 26. August wurde auf dem Gelände in Zhukovsky der 8. International Aviation and Space Salon abgehalten. 540 russische und 247 internationale Aussteller führten den 150.000 Fachbesuchern, 4.000 Pressevertretern und den über 500.000 zivilen Besuchern, ihre aktuellen Produkte vor. Über 260 Luftfahrzeuge der verschiedensten Typen und Altersklassen konnten auf dem über ein Kilometer langen „Catwalk“ bewundert werden.

Auch das US-amerikanische Militär war mit schwerem Gerät, einer B-52 nebst kleineren Luftfahrzeugen angereist und stellte für die meisten einheimischen Besucher, die Starbesetzung der Veranstaltung dar. Man reist ja nun nicht zur MAKS um die ca. 30 amerikanischen und europäischen Flugzeuge zu sehen. Nein, denn Namen wie MiG 29KUB oder OVT und SU 34 waren der eigentliche Grund für die lange Reise. Um in den Genuss dieser für westliche Airshow-Fans großen Attraktionen zu kommen, musste man aber erst auf das Gelände gelangen, und dieses Unternehmen stellte sich als abenteuerlichster Teil der Moskau-Reise heraus.

MAKS 2007 Galerie 1

Da der 21. August der erste Besuchstag war, verbrachte man nach zügiger Anreise dann innerhalb der 3 Sicherheitskontrollen fast 4 Stunden mit Warten! In diesem Zeitraum bewunderte man aus sicherer Entfernung die große Formation bestehend aus TU-334, IL-76LL und der Weltpremiere IL-96-400T. Ebenfalls entging uns der einmalige Flug der die SU-34, die sonst nur noch im Staticdisplay zu bestaunen war. War man jetzt schon mehr als auf die Probe gestellt worden, so kam es noch bitterer: Das Solodisplay der MiG 29 OVT welches jede F-16/F-18- Vorstellung in den Schatten stellt, so wie die wohl in unserem Leben nicht mehr wiederkehrende gemischte Formation der bekanntesten russischen Flugteams, den Strichi und den Russian Knights, hielten ihre Vorführung außer Reichweite unserer Kameras ab.

Das Gelände betraten wir nun trotz Presseakkreditierung erst zur Mittagspause, welche sich dann auch noch über 3 Stunden hinzog. Bedingt durch die Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, Moorbränden im Süden des Moskauer Umlandes und der fast senkrecht gegenüber stehenden Sonne, blieb der Großteil der Fotoausrüstung im Rucksack und man beschränkte sich auf das Begutachten des zahlreich präsentierten Fluggerätes, welches im Static-Bereich geparkt war.

Einen Blick durften wir in das Cockpit und der restlichen Innenausstattung der IL-96-400T werfen, was den meisten Besuchern wohl nicht möglich war. Interessant zu sehen, wie man „à la carte“ in russischen Regierungskreisen zu reisen pflegt.

MAKS 2007 Galerie 2

Der 24. August und damit der zweite Besuchstag präsentierte sich wettertechnisch keinesfalls besser. Für Fotografen eindeutig schwierige Bedingungen. Schwierige Umstände bereitete auch der Flugplan, der sich in Bezug auf das vorgeflogene Gerät recht dünn darstellte. Während mit der SU-30 und MiG 29 OVT eine technische und fliegerische Meisterleistung am Himmel zu bewundern war, und dieses auch mit Beifall der Besucher quittiert wurde, schenkte man den klangvollen Namen wie MiG 3, MiG 29K, MiG 35, SU-27, SU-35, TU-334 und ihren Piloten, kaum Beachtung. Aufmerksamkeit bekam hingegen die F-15 Strike Eagle der US Airforce. Mit reichlich Nachbrenner und wilden Flugmanövern, ebnete sie den Weg zu einem weiteren Finale des Tages: Als Kunstflugteams traten an diesem Tag die Teams Sokol und Strichi an. Leider kein großes Display wie am Eröffnungstag, und auch keine Russian Knights. Wegen technischer Probleme wartete man ebenfalls vergeblich auf die SU-34. Das Finale Grande wurde aus Franreich importiert und zeigte sich in Form der Patrouille de France.
Im Anschluss an die Veranstaltung ließ man sich mit dem Strom der Massen treiben und saß schneller bei einem gekühlten Bier in Moskau City, als man zu hoffen wagte.

   
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