Bericht "Flugtage in Ganderkesee" am 21./22.07.2007 (EDWQ)
EDWQ, so die in Fliegerkreisen gebräuchliche Abkürzung für den Flugplatz Ganderkesee, war am Wochenende wieder Schauplatz des jährlichen Flugtages. Aviatikinteressierten, Ausflüglern und Familien mit Kindern wurde ein reichhaltiges Programm geboten.
Während für die Kleinsten Spielmöglichkeiten bereitgehalten wurden, präsentierte der Veranstalter den Freunden der Fliegerei so manche Attraktion. Die Bandbreite der ausgestellten Flugzeuge reichte vom ältesten Fluggerät aus dem Jahr 1903, der Bleriot, über
die CriCri, dem kleinsten zweimotorigen Flugzeug der Welt, bis hin zur Antonov 2, dem berühmten russischen Doppeldecker, der in seiner Größe von keinem anderen Flugzeug dieser Gattung übertroffen wird.
Flugplatzfest Ganderkesee Galerie 1
![]() |
||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||
Eine echte Sensation war die Focke Wulf FW190, die als 1:2 Nachbau sowohl am Boden als auch in der Luft zu bestaunen war. Aktion pur gab es zu sehen, als wildester Kunstflug mit einer Extra 300 und einer Pitts gezeigt wurde. Für mutige und magenstarke Gäste wurde auch Kunstflug zum Miterleben angeboten. Ein Segelflugzeug aus der Schweiz, die Swift, vollführte sehenswerte Flugmanöver und bewies, welche Leistungen ein Fluggerät auch ohne Motor zu leisten imstande ist. Oldtimer, wie die Harvard T6, verschiedene Yaks, eine alte Aero 145 aus den 50ern, und eine SIAI Marchetti sorgten mit ihren lautstarken Motoren für die in den Ohren der Fliegerfreunde willkommene Musik. Es ist immer wieder ein Erlebnis, mal den 9-Zylinder Sternmotor einer Kruk mit 29 Litern Hubraum zu hören und zu spüren. Letztgenanntes Flugzeug, eine alte Agrarmaschine aus der ehemaligen DDR, nahm gerne 2 Gäste mit auf ihre Flüge und versprühte sogar einmal eine größere Menge Wasser über der Landebahn, um ihren ursprünglichen Einsatzzweck auf beeindruckende Art zu demonstrieren.
Flugplatzfest Ganderkesee Galerie 2
![]() |
||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|||
Auch alle anderen ausgestellten Fluggeräte wurden übrigens in ihrem Element präsentiert und luden zu Rundflügen ein, sofern sie über mindestens einen Passagiersitz verfügten. Dieses Angebot wurde vom Publikum rege genutzt, so dass es am Himmel immer etwas Interessantes zu sehen gab. Vielen Rundflugpassagieren konnte man nach der Landung die Begeisterung im Gesicht stehen sehen, war doch das Wetter für einen Flug über die Heimat einfach perfekt. Bis auf einen kurzen aber heftigen Schauer am Sonntag konnte man beide Veranstaltungstage bei herrlicher Sonne genießen. Auch viele fliegende Gäste kamen über die Piste 26 hereingeschwebt, um dem Flugplatz einen Besuch abzustatten. Diese erhielten jedoch bereits im Anflug über den Kontrollturm den Hinweis, Ganderkesee aufgrund der Veranstaltung nicht vor 18:00 Uhr wieder verlassen zu können. Einige Piloten mit weniger Zeit auf dem Terminplan drehten daraufhin wieder ab, um einen anderen Platz anzufliegen, nicht wissend, welche attraktive Veranstaltung sie verpassen würden.
Zwischenzeitlich wurde es immer wieder ganz ruhig, nämlich dann, wenn die Fallschirmspringer an ihren bunten Schirmen zu Boden glitten. Während dieser Phase hatte sämtlicher Betrieb von Propellerflugzeugen und sonstigen Fluggeräten am Boden und in der Luft über dem Platz aus Sicherheitsgründen zu ruhen.
Stärken konnte sich der Besucher an einem der zahlreichen Imbiss-, Getränke- und Eisstände, die über den ganzen Platz verteilt zu finden waren. Besonders zu empfehlen waren die spanischen Kartoffeln, die stark gesalzen als ganze Früchte mit Schale über dem offenen Feuer gegart wurden. Für Souvenirjäger wurden viele Produkte aus dem Aviatikbereich angeboten, hier seien T-Shirts, Mützen, Aufnäher und Flugzeugmodelle stellvertretend für eine ganze Palette von Gegenständen genannt.
Dem Veranstalter ist von der gelungenen Parkplatzsituation bis hin zur korrekten und sicheren Koordination des Flugbetriebes eine organisatorische Glanzleistung gelungen, was auch auf die zahlreiche Beteiligung von Clubmitgliedern, Feuerwehr und Hilfsorganisationen zurückgeführt werden kann. Abschließend bleibt zu hoffen, dass in EDWQ im kommenden Sommer wieder ein Flugtag von dieser Qualität angeboten wird.
© für Text und Bilder liegen bei Airspotter-Magazin.de/ Airspotter.de und Jens Wiemann









