Bericht "Meeting de l´air Evreux" mit den "Thunderbirds"
Die französische Luftwaffe hat gerufen und alle sind erschienen. Die Airshow auf der
Luftwaffenbasis in Evreux am 8. Juli 2007 war Publikumsmagnet der gesamten Region und
für viele Fans auch darüber hinaus.
Als besonderer Gast war die schon legendäre Kunstflugstaffel der US-Airforce, die
Thunderbirds auf dem Programmplan. Die Thunderbirds sieht man in Europa sehr selten,
weshalb die Airshow in Evreux besonders viele Gäste aus dem Ausland anlockte.
Einen Tag vor der eigentlichen Show wurde der Platz für die zahlreich erschienenen Spotter
(Flugzeugfotografen) geöffnet. Nach vorheriger Anmeldung wurden die Fans mit Bussen
vom Eingangstor an die Startbahn gefahren, wo man schon von weitem die ausgestellten
Jets aller Kategorien bestaunen konnte. In einem Zelt durften die Spotter eine
Verpflegungstüte in Empfang nehmen, deren Inhalt komfortabel über den langen, warmen
Tag half. Das Wetter an diesem Samstag war recht gut, was zur Folge hatte, dass viele der
Flugzeuge bei schönem Licht betrachtet und fotografiert werden konnten. An diesem Tag
flogen fast alle Maschinen, die auch für den eigentlichen Airshowtag vorgesehen waren, ihr
Probeprogramm. Bei diesen Flügen stellen sich die Piloten auf die Gegebenheiten des
Platzes ein und merken sich Fixpunkte, welche bei den Flugvorführungen als markante
Punkte für Wendemanöver und Bereichsgrenzen für die Box gelten. Die „Box“ bezeichnet
das dreidimensionale Gebiet über der Airbase, innerhalb dem die Flugvorführung
durchgeführt und für den übrigen Flugverkehr gesperrt wird.
Meeting de lŽair Evreux Galerie 1
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Diese Spottertage haben den großen Vorteil, eine komplette Airshow ohne den sonst
herrschenden Andrang zu erleben. Viele der ausgestellten Flugzeuge im Staticdisplay
stehen zudem frei und können ohne störende Zäune und Personen fotografiert werden. Auch
ist die „intime“ Atmosphäre eines Spottertages dazu geeignet, interessante Gespräche mit
den anwesenden Piloten zu führen und den einen oder anderen Einblick ins Cockpit zu
erhaschen. So entstanden z.B. die Fotos von der Fouga Magister mit der Kennung MT-35,
die leider in Kürze außer Dienst gestellt und dann allenfalls am Boden stehend zu sehen sein
wird. Auch die Mirage 2000 konnte bei bestem Licht sowohl in der Luft als auch am Boden
bewundert werden.
Die Erwartungen der Fotografen, die Thunderbirds bereits am Vortag in Aktion zu sehen,
wurden leider nicht erfüllt. Böse Zungen behaupten, die Piloten hätte den Tag vor der Show
zu einem Einkaufsbummel im nahegelegenen Paris genutzt. Who really knows…?
Meeting de lŽair Evreux Galerie 2
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Der Sonntag brachte neben zehntausenden Menschen leider auch einige Wolken mit auf das
Gebiet der Basis von Evreux. Bis 10:00 Uhr zog sich der Himmel immer mehr zu, und dann
passierte das für eine Airshow schlimmste meteorologische Ereignis: Es begann zu regnen.
Dieser Regen hörte bis etwa 15:00 Uhr nicht mehr auf, so dass bereits um 12:00 Uhr nur
noch die Hälfte der zuvor angereisten Zuschauer vor Ort waren. Alle Weitgereisten hielten
unter dem Regenschirm aus und bestaunten die Flugvorführungen, allerdings ohne die
teuren Kameras in Anschlag zu bringen. Das Wetter war in doppelter Hinsicht ärgerlich, denn
gerade in Evreux waren die Abstände zu rollenden und fliegenden Maschinen so gering, wie
man es selten auf europäischen Airshows sieht. Viele perfekte Fotos wurden aufgrund des
Regens leider nicht geschossen.
Diejenigen, die sich die gute Laune über den Regen hinweg erhalten konnten, genossen die
Flugvorführungen mit den Händen in den Taschen ohne den Stress um das perfekte Foto.
Während also die Füße der Zuschauer im Matsch standen, spulten die Showteams und die
Solopiloten ihre Vorführungen ab. Diese waren durch den Regen nicht minder
beeindruckend und wurden vom Publikum begeistert verfolgt.
Pünktlich im 15:00 Uhr hörte der Regen auf, und es zeigten sich sogar einzelne Löcher im
bedeckten Himmel. Es wurde immer heller und freundlicher, als die erste F16 der
Thunderbirds in den Himmel stieg, um einen Erkundungsflug für die folgende Show
durchzuführen. Nach etwa 5-7 Minuten gab der Solopilot dem Rest der Truppe das OK,
worauf die übrigen Thunderbirds einen beeindruckenden Start vorführten. Was dann kam,
entschädigte für den Dauerregen: durch die extrem gestiegene Luftfeuchtigkeit zeigten sich
an den Jets bei jedem scharfen Flugmanöver teils gewaltige Ablösungen, die wie große
Wolken um den Querschnitt des Rumpfes herumtanzten. Dieser seltene Effekt verwöhnte die
vom Wetter enttäuschten Zuschauer und stellte alle wieder zufrieden. Die gesamte Show
der Thunderbirds war sehr beeindruckend und wurde nun gerade durch das
vorangegangene schlechte Wetter zu einem seltenen Erlebnis.
Die Patrouille de France konnte ihre gewohnt perfekte Vorführung im Anschluss komplett im
Sonnenschein darbieten. Ich persönlich halte das französische Kunstflugteam nach wie vor
für die präziseste Gruppe der in Europa zu sehenden Jet-Teams. Die Exaktheit des
Flugmanövers der innerhalb der Diamond-Formation sich auf den Rücken rollenden
Maschinen, ist einzigartig.
Meeting de lŽair Evreux Galerie 3
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Mit dem Ende der Vorführung der Patrouille de France endete auch die Airshow von Evreux,
die eigentlich wetterseitig enttäuschend war, dennoch aber aufgrund der spektakulären
Vorführung der amerikanischen Gäste und des gelungenen Spottertages ein voller Erfolg für
die angereisten Aviatikfans gewesen sein dürfte.
Ein letzter Gruß der Patrouille de France erreichte mich dann noch einen Tag später auf dem
Flughafen von Paris Charles de Gaulle. Auf dem Taxiway zur Startbahn wartend kam von
unserer Air France-Pilotin die Durchsage und Begründung für unseren verspäteten Start: der
Luftraum von Paris wurde für einige Minuten gesperrt, damit die Patrouille de France einen
Trainingsflug durchführen konnte. Am 14. Juli ist in Frankreich Nationalfeiertag, zu dessen
Anlass die bunten Vögel der französischen Luftwaffe blau-weiß-rote Rauchbänder über das
Schloss von Versailles ziehen….
© für Text und Bilder liegen bei Airspotter-Magazin.de/ Airspotter.de und Jens Wiemann












