Bericht "14. Oldtimer- Fliegertreffen" vom 07. - 09.09.2007

Kirchheim unter Teck, da werden sicherlich viele Leute an nasse Schuhe und matschige Wege denken. Eine Art Woodstock für Luftfahrtbegeisterte und das im wahrsten Sinne des Wortes. Hier gab es nicht nur viel auf die Augen sondern bedingt durch großvolumige Stern und Reihenmotoren auch was auf die Ohren.

Wir befanden uns auf dem Flugplatz Hahnweide, einem mit Graspiste in schöner Umgebung gelegenen Standort. Seid nun mehr 28 Jahren arbeiten viele fleißige Helfer daran, eine der größten europäischen Veranstaltungen im Bereich der fliegenden Oldtimer zu perfektionieren. Das dies so gelingt, zeigte sich in den, trotz schlechten Wetters zahlreich erschienenden Gästen mit ihren Maschinen, Familienangehörigen und natürlich den Besuchern.

Das liebe Wetter, dieses Jahr reist es von einer Veranstaltung zu nächsten und es gab immer nur wenige Lichtblicke und so auch hier. Viele der geladenen Gäste mussten am Freitag auf andere Plätze ausweichen, da ein durchkommen zur Hahnweide fast unmöglich schien. So war es auch fast aussichtslos, die geplante Sechserformation aus JU- 52 fliegen zu sehen. Doch JU- Piloten lassen sich scheinbar durch nichts außer technische Defekte abschrecken und so gab es in der Tat eine selten zu sehende Formation aus 5 JU- 52, da eine aus technischen Gründen am Boden bleiben musste. Diese kam dann aber nach Behebung der Probleme trotzdem am Sonntag bei gutem Wetter und holte nach was verpasst wurde.

Hahnweide Galerie 1

Der Samstag war nun für uns eher ungewöhnlich. Bei gleichmäßig grauen Himmel und tief ziehender Wolken, stimmten wir uns zusammen mit den anderen Besuchern auf die Jahrmarkt ähnliche Stimmung ein. Warm war es nicht aber dies schreckte scheinbar Niemanden ab. Ca. 16.000 Besucher am ersten Tag, dass konnte sich sehen lassen. Und so frönten wir zusammen mit den anderen Gästen, bei einem Glas Bier und einem ordentlichen Stück Leberkäse im Brötchen, den noch eintreffenden Gästen und dem parallel dazu laufenden Flugbetrieb zu. Wenn auch es nicht zur Gewohnheit werden solle, so machte es trotzdem Spaß, die Veranstaltung mal nicht durch den Sucher zu verfolgen. Abends wurden die klammen Knochen im Hanger bei guter Livemusik wieder aufgewärmt. Hier konnte man hautnah mit Piloten und Veranstalter zusammen sein und jeder war herzlich dazu eingeladen.

Mit Tempo 60 auf der Autobahn Richtung Platz, bekam man schon am frühen Morgen leichte Bauchschmerzen. Haben sich die Kollegen um Herrn Kachelmann geirrt und das Wetter sollte so bleiben? Es regnete wie aus vollen Eimern und man machte sich so seine Gedanken überhaupt bis auf den Parkplatz gelangen zu können. Welchen Zustand würde der Boden bei diesen Wassermassen wohl haben? Nach der Ankunft wich auch wenig später der Regen dem Niesel und hörte nach kurzer Zeit auch ganz auf. Dies war dann auch sofort der Startschuss um mit dem Warmup zu beginnen und für die von uns so geliebte Geräuschkulisse zu sorgen.

Hahnweide Galerie 2

Die Uhrzeit war also nach 9 Uhr, denn zwischen 07:00 und 09:00 Uhr hatten die Frühaufsteher die Möglichkeit hinter die Absperrung zu treten und die Maschinen und ihre Piloten aus der Nähe zu sehen und um auch mal Platz nehmen zu können in einem der zahlreichen Cockpit. Während dieser Zeit fand also auch noch kein Flugbetrieb statt.

Position bezogen wir am südöstlichen Teil des Platzes um die später versprochene Sonne im Rücken zu haben und um dort den landenden Maschinen am nächsten zu sein. Zu sehen gab es im Moment waghalsige Flugmanöver der verschiedensten Doppeldecker. Diese zogen in engen Kreisen und recht tiefen Überflügen ihr Programm ab. Jetzt sollte auch der letzte wach geworden sein. Und pünktlich zum Landeanflug ließ sich die Sonne das erste Mal blicken.

Die ersten Rundflüge in JU- 52, An- 2, MH 1521 Broussard und DH 89A Dragon Rapid fanden auch schon statt und wurden gut von den Besuchern angenommen. Weiter stand auch für Rundflüge der einzig auf der Veranstaltung anwesenden Helikopter vom Typ Sikorsky S 58 zur Verfügung. Die Maschine in Heereslackierung wird dem einen oder anderen unter uns in der Farbe rosa und dem Namen „schreiende Mimi“ bekannt sein. Die Maschine war in den 80ern regelmäßig in der Serie „Ein Trio mit vier Fäusten“ im Fernsehen zu sehen. Ähnlich wie auch auf anderen Veranstaltungen gaben sich Manfred Rusche mit YAK 11, Josef Schumacher mit T6 und Ralf Niebergall mit Siai Machetti gegenseitig die Klinke in die Hand und man konnte seine Mitflugtauglichkeiten unter Beweis stellen.

Für den ungeübten Besucher, war die Vorführung von Klaus Lehnhart und Albert Winter sicher nicht sehr ungewöhnlich. Doch ungewöhnlich war es schon. Eine der EXTRA 300 L war mit einer Spannweite von nur 3,10 Metern ein Abbild der zweiten Maschine. Seid 2003 fliegen Modell und Original zusammen ein recht aufwendiges Display. Dabei muss man wirklich darauf achten, Modell und Vorbild nicht durcheinander zu bringen.

   
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