Bericht "Sanicole Airshow 2006"
Wir hatten es schon vorher gehört und gelesen. „Leute, ihr werdet nur Gegenlicht haben“. Aber um dieses heraus zu finden, bedarf es den Praxistest. Nach einem Zwischenstopp über Nacht bei Franzi und Fred, ging es früh am Morgen auf nach Belgien. Veranstaltet wurde das Ganze von einem kleinen Flugzeugclub. Und wer für wenig Geld anständiges Flugprogramm sehen möchte, ist hier richtig aufgehoben.
Nachdem man das Ziel erreicht hatte und man mit den Massen das Gelände betrat, hieß es einen guten Platz am Zaun zu finden und das Lager zu errichten. "Rüdi" hatte sich schon einen guten Platz besorgt und wir bauten unser Lager nebenan auf. Das Thermometer zeigte 80°C im Schatten... oder sogar noch mehr So müssen sich Bratwürstchen anfühlen. Der erste Teil der Show war geprägt durch die Vorführung kleinerer Maschinen wie der Sia Marchetti, einer Formation von Yak 52 Formation, PC-7 und als Abschluss des ersten Teiles, kam Christian Moullec mit seinen Gänsen.
Das erste internationale Flugteam des Tages waren die Red Arrows mit ihren British Aerospace Hawk T1. Das Flugteam wurde 1964 gegründet. Vorher war auf der britischen Insel eine Vielzahl kleiner Teams zu sehen. Diese betrieben den Kunstflug eher als Hobby. Die "Reds" waren in ihrem ersten Jahr auf 65 Vorführungen. Bis 1980 setzte dieses Team 7 rote Folland Gnat für ihre Shows ein. Danach stellte die belgische Armee ihr Gerät vor. Dieses bestand aus der Agusta A-109, den letzten BAF Fouga Magister und einer F-16 Formation. Flying Legends "North American TB-25N Mitchell" und eine sonderbemalte BAF Seaking waren die Maschinen, die uns die Zeit bis zum nächsten Programmpunkt verkürzten. Das Breitling Jet Team fliegt mit 6 Aero L-39 Albatros. Es ist ebenfalls eines der größten Flugteams Europa und mit ca. 65 Flugshows pro Jahr viel unterwegs. Allerdings war ich persönlich nicht so sehr begeistert von diesem Team. Aber es wäre auch schlimm, wenn alle den gleichen Geschmack hätten.
Sanicole Galerie 1
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Jetzt kamen zwei der erwarteten Höhepunkte des Tages. Als erstes wurden wir mit einem astreinen Solodisplay der niederländischen F-16 (J-055) verwöhnt. Leider mussten wir aber vergebens auf den Einsatz von Flares warten. Man konnte jetzt mutmaßen, ob es am warmen Wetter und der trockenen Heide lag, oder ob die Maschine diese nicht außerhalb Hollands einsetzt. Windeln anziehen und Bierflaschen festhalten war jetzt angesagt. Wir bereiteten uns körperlich und mental auf den "Fly-by" der Rockwell B-1B Lancer vor. Die B-1B kam von der texanischen Airforce-Base in Dyess und kann mit maximal 1,2 Mach fliegen. Mit einem Leergewicht von 90 Tonnen und einer maximalen Startmasse von 216 Tonnen, gehört schon einiges an Leistung dazu, die vier Crewmitglieder auf eine Dienstgipfelhöhe von 15.000 Meter zu bringen. Diesen Schub erhält die Maschine von ihren vier F-101-GE-102 Turbofan mit je 136,92 kN. Mit Nachbrenner kommen die Triebwerke sogar auf 136,92 kN. Ca. 110.000 Liter Treibstoff können in den Innentanks mitgeführt werden, was eine Reichweite von ca. 12.000 km zulässt. Zusätzlich können in den Waffenbuchten, sowie an den Aufhängungspunkten unter den Flügeln, Zusatztanks mitgeführt werden um den OP-Radius zu erweitern. Mit 60 Tonnen Bombenlast übertrifft sie die Leistung der B-52 um fast das doppelte. Soviel Leistung hat ihren Preis. Der Verbrauch ist hich und deshalb schrumpften in den letzten Jahren auch die aktiven Verbände.
Das ganze Spektakel dauerte keine 5 Minuten. Aus dem Osten kam die B-1 elegant daher um in ca. 300 Meter Höhe an uns vorbei zu fliegen. Während der Abdrehung gen Süden zündete sie einmal kurz ihren Nachbrenner und man erahnte die Kraft, die in ihr steckt. Sie entschwand mit einem zweiten Überflug in die gleiche Richtung, aus der sie vorher kam.
Sanicole Galerie 2
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Die Tschechen führten hier ihre noch recht neuen Gripen vor, während die Franzosen zeigten was in ihrer Mirage 2000 steckte. Der nächste Leckerbissen waren die "Asas de Portugal" mit ihren noch frisch in Farbe gehüllten Dassault/Dornier Alpha Jet A. Auch wenn andere der Meinung sind, auch solche Jets gehören in Tarnanstrich, so ist es doch fürs Auge viel schöner anzusehen. Falls es eine Airshow geben wird, wo Jets auch zu sehen sind, werdet ihr mich dort auch finden. Im Gegensatz zu den Royal Jordanien Falcons zog Ali Özturk, Pilot einer Pitts S-2S Special, zur Verwunderung aller ein doch recht aufregendes Programm durch. Bei denen sorgte höchstens der Sprecher mit seinen Sätzen wie: "Wir kommen mit Blumen und in Frieden um vor all diesen schönen Menschen unser Programm zeigen zu dürfen" für allgemeine Belustigung. Die waren sozusagen der krönende Abschluss.
Ein Team wollen wir hier aber nicht vergessen. Vor den Jordaniern waren noch die Patrouille de France zu bestaunen. Dadurch, dass die Sonne schon ein ganzes Stück weiter westlich war, konnte man von diesem Team die besten Bilder machen. Dieses lohnte sich auch, schließlich hatten wir hier die Stars des Tages vor Augen.
Danksagung an Chris, der uns das Auto für die Hin- und Rückfahrt besorgte und an Franzi und Fred, bei denen wir wieder übernachten durften.
Alle Bilder von der "Sanicole Airshow" auf Airspotter.de
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