Bericht "Czech International Airfest 2006 Brno"

Um nicht nur wegen der CIAF den weiten Anfahrtsweg zu haben, entschlossen wir uns, zusammen mit dem Airshow-Party Team, einen Tag früher los zu fahren und diesen Tag in Prag zu verbringen. Fakt für 2007 ist, dass ein Tag in Prag nicht einmal reicht um die Kneipenlandschaft genauer unter die Lupe zu nehmen. Am zweiten Tag in Brno angekommen, lachte uns wie fast immer, die Sonne entgegen. Morgens beim losfahren in Prag, machte das Wetter aber noch nicht so einen guten Eindruck. Einstimmig beschlossen wir, bei diesem Wetter, auf die Südseite des Platzes zu gehen um die Sonne im Rücken zu haben und am zweiten Tag entsprechend auf die Base zu gehen um dort das Static zu begutachten.
Eröffnet wurde die Flugshow mit einem Überflug verschiedener tschechischer Hubschrauber wie Mi-17 und Mi-24/35. Anschließend gab es die L-39 Albatros, L-159 A und JAS-39C der Luftwaffe in mehrfacher Ausführung, wie es sie in unseren Breitengraden sicher nicht zu sehen gibt. Die Gripen der Tschechen ist ausgestattet mit einem Turbofan-Triebwerk Volvo Aero RM.12 (General Electric F404) mit 80,5 kN /8220 kp Schub. Damit sind Mach 2, im Tiefflug ganze 1.350 km/h möglich. Laut Berichten des Partyteams, waren die Tschechen im letzten Jahr etwas zaghaft mit ihren neuen Maschinen. Auch bei der Sanicole Airshow, war noch nicht das wahre Können zu sehen. Hier aber gaben die Piloten richtig Vollgas, wie wir an diesem Abend noch zu spüren bekommen sollten.
Das erste Flugteam des Tages war das schwedische Team 60 mit ihrem Saab 105 SK 60. Diese durch ihre Lackierung schön anzusehenden Maschinen, sind auf ausländischen Flugshows eher selten zu sehende Gäste. Ähnlich selten wird in Zukunft der Flug der jugoslawischen Luftwaffe mit ihren G-2A Galeb sein. Hier zu sehen waren sie in einem Formationsflug mit drei Maschinen.

CIAF Galerie 1

Nun kam das, worauf ich so lange gewartet hatte, das russische Fluggerät erschien am Himmel. Die Mikoyan-Gurevich Mig-29 aus Ungarn mit einem Solo- Display war plan. Nach diesem Nachbrenner haltigen Display, war eine F-16CJ aus Spangdahlem zu sehen. Ganz nett anzuschauen aber nicht zu vergleichen mit der niederländischen F-16 in Sanicole. Eine spanische F-18 und ein tschechischer L-159B Prototyp sorgten für Kurzweile um uns auf das eigentlich Ereignis einzustimmen. Den "Frecce Tricolori". Auf dieses Top Flugteam, musste aber noch ein wenig gewartet werden, denn die Italiener waren nicht nur mit ihren 10 MB.339A/PAN anwesend sondern auch mit einer C-27J Spartan. Wer hätte gedacht, dass 16,5 Tonnen so wendig sein können. Angetrieben durch zwei Allison AE2100D3 Propellerturbinen mit je 4.200 PS, war es für die Piloten dieser Maschine kein Problem, eine Rolle zu fliegen.
"Smoke on" jetzt geht es los. Erst Bilder von diesem grandiosen Start machen und dann zurück aufs Acker hinter die Flugschule. Hier gab es die besten Aufnahmen des Tages, da die meisten Wendemanöver in unmittelbarer Nähe stattfanden. Bei diesem Ereignis kann man nur sagen, Bilder sprechen Sätze. Einzig zu erwähnen sei noch der einmalige gemeinsame Überflug am Ende der Demo mit der Spartan und den Frecce Tricolori. Nun zeigten die Slowenen ihre Fluggeräte. Ein Solo-Display der besonderen Art war von der Aero L-39ZA Albatros zu sehen. Der ab 1972 in Serie gebaute Trainer entwickelte sich schnell zum Standardtrainer der Luftwaffen des Warschauer Paktes.
Ich kannte sie nur aus dem Fernsehen oder Büchern und Zeitschriften. Nun sah ich sie live und in Farbe und verliebte mich sofort in sie und ihren unverwechselbaren Geräusch. Mil Mi-24V, mit Smoke und Flares. Ich war begeistert wie graziös diese Maschine doch war. Wie Schmidts Katze, jagte die Mig-29 der Slowenen los und hatte dank Nachbrenner alle Verunreinigungen von der Bahn gebrannt. Aber auch beim restlichen Programm des Piloten hieß es Luft anhalten und genießen. Das letzte Display-Team für heute waren die vier noch übrig gebliebenen PZL TS-11 Iskra, der polnischen Iskry.

CIAF Galerie 2

Als wir dachten der Tag wäre zu Ende und wir die Zeit damit verbrachten die Autos zu holen und zu beladen, starteten noch zwei "Let L-200A Morava" in den abendlichen Sonnenuntergang. Nun sollte aber alles vorbei sein, dachten wir. Da passierte dann aber noch etwas Unerwartetes. Fast alle Zuschauer waren schon weg, da war noch mal Getöse von der Runway zu vernehmen. Die beiden Gripen machten sich nach dem Start auf den Weg zurück, zur heimatlichen Airbase. Mit einem "Low Level high Speed" Überflug verabschiedeten sie sich bis zum zweiten Tag.
Der zweite Tag der Airshow fing schon auf der Zubringerautobahn gut an. Wir überholten einen Skoda Octavia und einen VW Bus. Ich dachte noch, komische Uniformen haben die Polizisten an und dann hat es auch schon klick gemacht. Das waren keine Polizisten, sondern die „Freccce“. Kommando an das hintere Fahrzeug, sich noch mal zu vergewissern und nach positiver Bestätigung ließen wir die beiden Wagen überholen. Die Italiener fuhren um zu Tanken die nächste Ausfahrt ab und wir fuhren hinterher. Nach einer kurzen Begrüßung mit Handschlag durfte ich ein Foto mit den beiden Teams machen.
Diesen zweiten Tag verbrachten wir auf dem Gelände. Dies war eine weise Wahl, denn das Wetter war nicht so gut wie am Vortag und so konnte man sich das Static und alle Flüge noch mal in Ruhe anschauen. Ich danke dem Heeresflieger, Hauptmann Galonska, der mir mit seiner Tigerlook Bo-105, dieses Bild ermöglichte. Tja, und auch der schönste Tag geht mal zu Ende und so setzten wir uns nach der Show wieder in Bewegung gen Heimat. Einen kleinen Zwischenstopp gab es dann in Prag, wo in einem Tesco-Markt die letzten Kronen auf den Kopf gehauen wurden und man sich mit Andenken (Absinth) eindeckte.

Danksagung an Chris, der uns die Autos für die Hin- und Rückfahrt besorgt hatte .

CIAF Galerie 3

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